1. Athanasius
2. Augustinus
3. Brigitta von Schweden
4. Charles de Foucauld
5. Der Apostel Paulus
6. Die Sklavin Bakhita
7. Franz von Assisi
8. Franz Xaver
9. Ignatius von Loyola
10. John Henry Newman
11. Melanie die Jüngere
12. Pontianus
 

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Athanasius

Wo der Geist ist, da ist Freiheit


Heute befassen wir uns mit einem Mittelmeerfahrer aus Ägypten. Ägypten war durch Jahrhunderte der Höhepunkt der Mittelmeerkultur. Alexandria war so etwas wie Oxford oder Paris mit der Sorbonne oder Tübingen. Dort waren die Denker zuhause. Und die Machthaber wussten, wie man Menschen einsetzt, um Übermenschliches zu bauen.
Auf dem Petersplatz in Rom steht ein aus Ägypten entwendeter Obelisk. Er wurde 1588 auf dem Petersplatz aufgerichtet, nachdem er bereits rund 2000 Jahre früher übers Mittelmeer nach Rom geschifft worden war. Weil es eine Beschreibung über seine Aufrichtung gibt, kann man heute nachlesen, wie kompliziert es war, dieses – ich sage mal – „Riesenstreichholz“ zum Stehen zu bringen – und zwar so, dass es alle Erdbeben in Italien überstand. Wie man die Obelisken vor der  Zeit Christi in Ägypten aufstellte, weiß ich nicht. Aber es gehörte sicher unglaublich Kunst dazu. Also Ägypten und konkret Alexandrien waren nicht Entwicklungsprojekte, sondern Kulturstätten, wo man auch aus Rom mit Neid hinschaute.
In diesem Ägypten wurde im Jahr 328 Athanasius zum Bischof gewählt. Das Christentum war – der Legende nach – durch den Evangelisten Markus an den Nil gekommen. In Ägypten blühte die Kirche. Athanasius war erst 33 Jahre alt, als er Bischof wurde. Doch da war er schon einmal übers Mittelmeer gesegelt, nämlich drei Jahre früher als dessen Sekretär nach Nikaia, meist sagt man heute Nicaea. Das war nahe Konstantinopel. Dort ging es auch darum, sich mit einem anderen Meinungsmacher in Alexandrien auseinanderzusetzen, nämlich Arius. Der hatte unter der Intelligenz Ägyptens die These verbreitet, Jesus Christus sei nicht Mensch und Gott, sondern ein Zwischenwesen. Athanasius sah das als Häresie an. Es entstanden zwei Lager in Ägypten und darüber hinaus. Kaiser Konstantin aber wollte Ruhe im Staat. Athanasius wurde in seiner Stadt Alexandrien angegriffen. Er floh und tauchte in einem Kloster in Oberägypten unter. Die Gegner des Athanasius, der als halsstarrig angesehen wurde, zitierte ihn mithilfe des Kaisers vor ein Konzil. Das fand in Tyrus – im heutigen Libanon - statt. Athanasius bestieg ein Schiff, brachte aber rund 50 Bischöfe mit, die auf seiner Seite waren. Doch die Versammlung war gegen ihn. Er machte sich kurzfristig aus dem Staub – und segelt nach Konstantinopel, wo er sich auf der Straße dem Kaiser entgegenstellt. Der Kaiser ließ die Bischöfe von Tyrus kommen. Jetzt warfen sie Athanasius vor, er verhalte sich geschäftsschädigend, weil er die Weizenlieferungen aus Ägypten verzögere. Der Kaiser war wütend auf den Störenfried und schickte ihn ins Exil, nicht etwa in die ägyptische Wüste, sondern in die kaiserliche Residenzstadt nach Trier. Athanasius segelte über unser Mittelmeer, vermutlich nach Gaeta oder Civitavecchia und ritt nach Trier. Von Konstantinopel nach Routenplaner rund 2500 Kilometer.
Das war die erste von fünf Verbannungen von Athanasius. Er sah es nur als Folge seines Kampfes für den rechten Glauben der Konzils von Nikaia. Man erinnert sich an die Interpretation des 2. Vatikanums. Als Kaiser Konstantin 337 starb, rund ein Jahr nach seiner Ankunft in Trier, machte sich Athanasius auf den Rückweg. Doch der neue Kaiser war ein Anhänger des Häretikers Arius, der die Gottheit Jesu leugnete. Eine Synode in Antiochia – heute Antalja – erklärte zwei Jahre später 339, dass Athanasius abgesetzt sei. Der wollte Hilfe von Papst Julius und besteigt ein Mittelmeerschiff und segelt nach Rom, rund 1000 Kilometer. Er erklärt in Rom, das theologisch weit hinten lag, die orthodoxe Lehre, findet Zustimmung und Begeisterung, kann aber erst 348, also fast 10 Jahre später nach Ägypten zurückkehren, wird dort als Held und Bekenner empfangen. Er arbeitet zehn Jahre ruhig und fruchtbar. Doch gleichzeitig kam er immer mehr zu der Überzeugung, dass der Kaiser sich aus der Kirche heraushalten sollte. Er verlangte Religionsfreiheit. Er konnte viel schreiben, missionierte in Äthiopien und Arabien, pflegte Kontakt zu den vielen Mönchen.
358 muss er wieder fliehen – warum ist unklar. Er ist rund 60 Jahre alt. Er flieht in die ägyptische Wüste. Muss dort fünf Jahre bleiben.
Als er zurückkommt, wird gerade sein Nachfolger als Bischof von der Volksmenge umgebracht. Schöne Aussichten! Doch Kaiser Julian mag auch Athanasius nicht, ein Jahr nach seiner Rückkehr muss er für ein Jahr ins Exil. Wohin weiß ich nicht. Und es folgt noch eine Verbannung. Aber er kann zurückkehren und bis zu seinem Tod die Verantwortung in seiner Diözese wahrnehmen .46 Jahre war er Bischof von Alexandrien, 20 Jahre davon war er im Exil. Es ging im Wesentlichen immer um seinen Kampf für die Lehren des Konzils von Nikaia und gegen die Thesen von Arius, der die Gottheit Christi leugnete. Aber Historiker sind sich auch darüber einig, dass Athanasius wenig diplomatisch und versöhnlich war. Er war ein Kämpfer, nicht kompromissfähig, eigensinnig. Er selbst wird sagen: ich habe immer nur dafür gekämpft und gelitten, dass die Kirche sich selbst treu bleibt und keine falsche Aufklärung betreibt.
Was kann uns das sagen: Richtungskämpfe in der Kirche sind zwar schmerzlich, aber vielleicht unvermeidlich. Die Wahrheit Jesu Christi muss immer wieder erkämpft und erstritten werden. Das Evangelium ist kein geistvoller Spaziergang, sondern ein Kreuzweg. Wer sich auf das Evangelium einlässt, muss mit Christus das Kreuz tragen. Er muss es nicht suchen, aber es wird sich ihm in den Weg stellen. Und wenn in der Kirche gestritten wird, ist das kein Zeichen, dass der Heilige Geist die Kirche verlassen hat. Nein – wo Geist ist, da ist auch Auseinandersetzung. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist auch Freiheit.“
(2 Korinther 3, 17)

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„Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir, mein Gott“

Augustinus von Hippo (354 – 430)


Der große heilige Augustinus ist – nachdem, was ich herausbringen konnte – nur zweimal über das Mittelmeer gefahren. Einmal von Nordafrika, seiner Heimat, nach Italien, einmal zurück. Aber diese zwei Reisen waren entscheidend für die Weltgeschichte. Weil er für die Geschichte – wie mir scheint – Europas und der Kirche Christi so wichtig ist, wollen wir uns in kurzen Zügen seinem Geist annähern.
Der hoch gebildete, verwöhnte Jüngling im nordafrikanischen Karthago, das im heutigen Tunesien lag, hatte seine Sexualität nicht im Griff. Sein Leben drehte sich darum. Weil er auch Karriere als Redner machen wollte, fuhr er übers Mittelmeer nach Italien, zunächst Rom, dann Mailand, was damals Metropole war. Die Karriere ging weiter, aber zufrieden war er nicht. Er begegnete nolens-volens dem dortigen Bischof Ambrosius, der ein toller Redner war, daneben aber auch sehr sozial. Augustinus begann mit sich zu ringen. Er kannte die Bibel, aber sie sagte ihm noch nichts. Vielleicht war es Aberglauben, was sein Leben dann änderte. Er hörte eines Tages in seinem Garten eine Kinderstimme „Nimm und lies“, immer wieder „Nimm und lies“. Vielleicht war es ein Kinderspiel. Er nahm die vor ihm liegende Bibel und las. Und ab da war er ein anderer Mensch. Er suchte nur noch Gott. Sein Leben war Gottsuche. Er wollte ihn verstehen. Da kam dann noch mal unser Mittelmeer ins Spiel: Er ging am Strand, sah ein kleines Kind, das mit einer Muschel Meerwasser in ein kleines Loch schöpfte und fragte es, was es mache: ich schöpfe das Meer aus. Er erkannte: so unmöglich wie das, ist auch das Verstehen Gottes.
Er beschloss in seine Heimat zurückzukehren. Es war ein anderer Mensch, der jetzt über unser Mittelmeer fuhr. Zu seinem großen Ärger berief ihn der Bischof ihn der Bischof von Hippo zu seinem Hilfsbischof. Kurz darauf musst er dann sogar die Diözese übernehmen. Das Volk wählte ihn. Nun konnte er nicht mehr Studien und Aszese pflegen, sondern musste dienen, der Kirche, dem Volk Gottes. Vor allem predigte er. Über tausend Predigten sind noch heute bekannt. Seine Schriften gibt es heute in über 100 Bänden. Zwei uns bekannte Menschen lebten teilweise aus seinem Geist: Martin Luther und Joseph Ratzinger.
Was sagt er uns: Vor allem: unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir, mein Gott. Und noch einen anderen Text von ihm sollen wir schmecken und verkosten.
„Spät habe ich Dich geliebt, o Schönheit, immer alt und doch neu. Spät habe ich Dich geliebt! Du warst in mir, aber ich war außerhalb, und dort habe ich Dich gesucht. In meiner Lieblosigkeit stürzte ich mich in die lieblichen Dinge, die Du erschaffen hast. Du warst bei mir, aber ich war nicht bei Dir. Die erschaffenen Dinge hielten mich fern von Dir. Doch wenn sie nicht von Dir gekommen wären, wären sie überhaupt nicht da. Du riefst, Du schriest und brachst durch meine Taubheit. Du blitztest, Du schienst und Du vertriebst meine Blindheit. Du atmetest Deinen Wohlgeruch auf mich. Ich atmete ihn ein und bin nun ein Teil von Dir. Ich habe Dich gekostet. Jetzt hungere und dürste ich nach mehr. Du hast mich berührt und mich für Deinen Frieden entzündet" (Hl. Augustinus, Bekenntnisse, Buch X)
 



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Brigitta von Schweden

Die Heilige aus Schweden ist eine der merkswürdigsten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte. Gut, dass auch sie über das Mittelmeer gefahren ist, und wir ihrem Schiff begegnen können. Sie erblickte 1303 in einem reichen Haus in Schweden das Licht der Welt, wurde schon mit 13 Jahren mit Ademar Ulf verheiratet, führte mit ihm über 20 Jahre lang eine glückliche Ehe. Acht Kinder wurden Paar geschenkt. Gleichzeitig half sie vielen, die gesellschaftlich schlecht gestellt waren und beriet das junge Königspaar. Als das Paar etwa 40 Jahre alt war, machten sie gemeinsam eine Wallfahrt nach Santiago de Compostela. 
Es ist nicht auszuschließen, dass wir sie hier schon einmal auf dem Mittelmeer antreffen. Ihr Mann starb auf der Heimreise. Nun wollte sie nur noch Braut Christi sein. In diesem Sinne gründete sie eine geistliche Frauengemeinschaft, die heute Birgiten genannt werden. Nun waren auch ihre Kinder groß, so siedelte sie von Schweden nach Rom. Hier versuchte sie mit allen Mitteln, den Papst zu überzeugen, von Avignon zurück zu kommen nach Rom. In Avignon waren die Päpste total in der Hand der französischen Könige. Als sie fast 70 war -  ein damals außerordentlich hohes Alter - bestieg sie ein Segelschiff und pilgerte ins Heilige Land. So können wir in Gedanken ihr und ihrem Schiff irgendwo zwischen Italien und Griechenland begegnen.
Was würde sie uns sagen, wenn wir sie für ein Stündchen zu uns auf Schiff holen könnten.
Ich stelle mir dies vor: Sie würde vielleicht sagen: „Liebe Mitchristen im 21. Jahrhundert, ich weiß, dass viele von euch sich dann und wann die Kirche ganz anders wünschen als ihr sie erlebt: ihr würdet wünschen, dass sie sich noch viel mehr den Armen zuwendet, dass sie gleichzeitig überzeugender von Gott spricht, dass sie Jesus Christus durch ihre Repräsentanten sichtbar und erlebbar macht, dass also Priester und Bischöfe engagierter und glaubwürdiger sind, dass die Laien und vor allem die Frauen von der Kirche ernster genommen werden. Ihr habt viele Wünsche an die Kirche, ganz abgesehen von den Wünschen an die Politiker. Ich will euch keinen billigen Trost geben, aber euch einfach sagen, was ich erlebt habe. Zu meiner Zeit waren die Päpste total unter der Fuchtel der französischen Könige, weil sie eben gezwungen waren, aus Rom zu flüchten. Christliche Könige lagen im Krieg miteinander, so England und Frankreich, die Muslime standen vor der Tür und bedrohten Europa. Gleichzeitig muss man zugeben, dass viele Priester und auch Bischöfe und Päpste nicht nach dem lebten, was sie einmal versprochen hatten. Viele Laien waren noch mehr Heiden als Christen. Ich glaube, die Kirchensituation ist heute wesentlich besser als zu meiner Zeit, ganz abgesehen von der politischen und sozialen Lage der Menschen. Damals war die große Mehrzahl Bettler. Ich glaube, ihr Christen von heute müsstet dankbar dafür sein, dass die meisten Kirchenleute glaubwürdig sind. Zu meiner Zeit machten sie in der Kirche mit, weil ihnen das Wohlstand brachte.
Vor allem aber möchte ich Euch sagen: Ihr müsst Euer Leben ganz und gar auf Christus aufbauen. Mir wurden seit meiner Kindheit Visionen geschenkt. Die waren hilfreich, aber auch belastend. Aber durch sie, weiß ich, wie sehr ihr alle von Gott geliebt seid, jeder und jede von Euch. Ich weiß, dass Jesus für jeden von uns ans Kreuz gegangen ist. Ich kann euch nur beschwören, macht Euer Leben an Christus fest. Dazu müsst Ihr jeden Tag persönlich zu ihm beten, persönlich mit ihm sprechen. Das kann jeder. Man muss es nur versuchen, nur üben. Nehmt Euch Zeit und Ruhe, versucht hier auf unserem wunderbaren Mittelmeer, zu beten. Hier habt ihr Zeit, hier habt ihr Ruhe, nutzt die Zeit zum Gebet. Ihr werdet merken: Euer Leben wird verwandelt, Euer Leben wird schön und reich.“
Und jetzt danke ich Euch und steige wieder um auf mein Schiff, ich muss nach Israel, Ihr müsst betend wieder nach Deutschland zurück.
 



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Charles de Foucauld

Ich möchte Ihnen heute einen ganz außergewöhnlichen Menschen vorstellen, der – wenn ich recht zähle – rund zehnmal über das Mittelmeer gefahren ist. Es ist Charles de Foucauld. Er wurde 1858 in einem adeligem, steinreichen Haus in Straßburg geboren. Es kam wie es kommen musste: Die Jesuiten von Paris schmissen ihn aus der Schule, in der zweijährigen Unteroffiziersaubildung erhielt er 45 Strafen wegen Faulheit und Ungehorsam. Er wurde ein Tu-nicht-gut mit einem Vermögen von 840.000 Goldfranken. Prostituierte und Sauerferien waren seine Freizeitgestaltung. Das Militär schickte ihn nach Algerien, dort wurde er wegen unehrenhaften Benehmens aus der Armee verstoßen wurde. Schuld daran war, dass er seine Freundin mit in die Kaserne geschmuggelt hatte. Um ihn zunächst noch mehr von seiner ganz menschlichen Seite kennen zu lernen, folgende Story. Als er in der Militärschule war, gefiel ihm einer seiner Vorgesetzten gar nicht. Da spielt Foucauld ihm einen Streich. Der Vorgesetzte gab manchmal Abendeinladungen, zu denen die Gäste in Pferdekuschen kamen und wieder abfuhren. Am späteren Abend solch einer Einladung mietete und zahlte Foucauld sämtliche Kutschen des Städtchens, ließ sie leer in der Stadt herumfahren, damit die Gäste nicht heimfahren konnten und der Gastgeber sie noch stundenlang bewirten musste. Das nur, damit wir sehen, dass der zukünftige Heilige – wie manche von uns – frech, spitzfindig und humorvoll war. Heilige sind nicht langweilig. In Algerien war er, der Atheist, erstaunt über die frommen Muslime. Er war da gerade 25 Jahre. Nach dem Militär bereiste er Algerien und Marokko. Er entwarf dabei eine Kartenskizze vom Atlas-Gebirge, das noch ganz unerforscht war. Und siehe da: Er wurde berühmt, erhielt einen Wissenschaftspreis. Nun ging es oft hin und her zwischen Algerien und Paris. Er war ein gefragter Wissenschaftler. Mit 28 Jahren schließlich hatten ihn die frommen Muslime und fromme Katholiken soweit zum Nachdenken gebracht, dass er den Glauben an Jesus Christus fand. Und nicht nur so nebenbei, sondern sehr gründlich. Mit 32 Jahren wird er Trappistenmönch. Er ließ sich in ein Kloster in Syrien schicken und einige Jahre später in ein anderes Kloster nach Algerien. Wieder gings zweimal übers Mittelmeer. Aber bei den Trappisten war es ihm zu wenig streng und arm. Er bat um Entlassung, fuhr übers Meer nach Israel, wurde Knecht bei den armen Klarissen in Nazareth und Jerusalem. Man empfahl ihm dort, doch Priester zu werden. Im Juni 1901 wurde er geweiht. Er war damals 43 Jahre alt.
Doch er wollte zu seinen Afrikanern zurück  Letzte Fahrt übers Mittelmeer.
Er wird Priester für französische Kamelreiter-Korps in der Wüste und für einige Eingeborene. Ab 1914 ist er in 2700 Meter Höhe bei der Stadt Tamanrasset – tief in Inneren von Algerien, 2000 Kilometer von Algier. Hier versucht er zu vermitteln zwischen den französischen Soldaten und den Tuaregg-Einwohnern. Er versucht nicht, sie zu missionieren, sondern ihnen von seinem Glauben Zeugnis zu geben. Gleichzeitig erarbeitet er ein 2000 Seiten umfassendes Wörterbuch und eine Gedichtsammlung von 800 Seiten. Bei einem lokalen Konflikt wird er 1916 aus Versehen erschossen. Er ist da 58 Jahre alt. 2005 hat ihn Papst Benedikt selig gesprochen. Mehrere geistliche Gemeinschaften gehen auf seine Spiritualität zurück. Er brachte einen Modernisierungsschub in der Geschichte der geistlichen Gemeinschaften und in der Auffassung von Mission: ganz arm und missionarisch und mitten in der Welt leben. Wer alles verlässt, gewinnt alles.
 



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Der Apostel Paulus

„Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir“


Der berühmteste und am weitesten gereiste Christ der ersten Zeit ist der Apostel Paulus. Er wollte ja sogar von Palästina über Rom bis nach Spanien segeln, aber schon seine Fahrt nach Rom war aufregend genug. Es gab einen Schiffbruch, schwimmend haben sich die Passagiere auf Malta an Land gerettet. Dabei war Paulus ja ein Gefangener, ein Edel-Gefangener, denn er hatte als römischer Bürger, Cives Romanus, an den Kaiser appelliert und daher durfte er als Gefangener, immer in Begleitung von Soldaten nach Rom fahren. Freilich war ihm das auch wieder Recht, denn dann hatte er die Gelegenheit, vor dem kaiserlichen Hof Zeugnis abzulegen von Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Einer seiner zentralen Sätze lautet ja „Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir“. Und ausdrücklich schreibt er, dass er sich im tiefsten Inneren verpflichtet sieht, die frohe Botschaft von diesem Jesus, der für die Menschen total einsteht, zu verkünden. „Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde“. Und Paulus ist ein gutes Stück die gleiche Strecke gereist wie wir, nur in umgekehrter Richtung. Von Malta an die italienische Westküste und dann der Küste entlang. Ab Neapel dann zu Fuß nach Rom.
Wenn wir auf die Wellen des Mittelmeeres hinausschauen, dann sollten wir uns bei Paulus nicht ein stilles, flaches Wasser vorstellen, sondern heftige Wellen, ein starker Wind, ein wolkenbedeckter Himmel, vielleicht auch Blitz und Donnergrollen. Denn Paulus erlebt eben das Meer in seiner ganzen Wildheit, erlebte Schiffbruch, das Verschlungenwerden vom Wasser. Das entspricht aber meinem Gefühl nach auch der Theologie und Weltsicht des Paulus. Die Welt und ihre Geschichte sind ein Drama, ein Kampf, eine Auseinandersetzung. Sie sind keine gemütliche Geschichte oder ein Märchen. Nein, nach Paulus sah Gott, Vater, die Verlorenheit der Menschheit, sandte seinen Sohn, der machte sich zum Sklaven, nahm armselige Menschengestalt an, wurde in allem den Menschen gleich. Nicht etwa den gebildeten, wohlhabenden, sondern den letzten Menschen, eben den verkauften Sklaven, die sich nicht selbst gehören, sondern einem Anderen. Und weil dieser Mensch Jesus so anders ist als die sonstigen Menschen, daher wird er verurteilt, weil er aufwiegle, wird ausgepeitscht, verhöhnt, mit dem Kreuz beladen, aufgehängt am Schandpfahl. Und diesen Gekreuzigten verkündet Paulus. Den Juden ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit, uns aber den Christen das Heil der Welt. Als er in Athen versucht hatte, den gebildeten auf dem Areopag den unbekannten Gott zu verkünden und diese ihn nur auslachten als er von der Auferstehung der Toten sprach, da entschied er sich, ab jetzt nur noch den Gekreuzigten zu verkünden. Er will das Evangelium nicht schönreden als etwas für Gebildete, für Wohlerzogene, er will zeigen, dass das Evangelium als Skandal gesehen werden muss, dass nur der, der sich von ihm schockieren lässt, verstanden hat, was Gott der Menschheit mit dem verlachten Gekreuzigten sagen wollte: Dass die Torheit Gottes weiser ist als die Weisheit der Menschen.
All das erinnert an ein aufgepeitschtes Meer. Die Untiefen des Meeres, die Schlünde, die Tsunamis erinnern an die Unfassbarkeit der Pläne Gottes. Sie sind in den Augen der Welt nicht vernünftig und weise, sondern töricht.
Ein Gekreuzigter König der Juden soll das Heil der Welt gebracht haben, soll der Messias sein, soll die ganze Welt erlösen. Wer kann das glauben. Ja dieser Glaube – so würde Paulus sagen – genau dieser Glaube an die Torheit Gottes rettet die Welt. Gott ist ein ganz Anderer. Wer meint, Gott zu verstehen, versteht sicher nicht Gott, sondern seinen ausgedachten Götzen. Wer meint, die Wege Gottes zu durchschauen, der hat sich selbst Wege zurecht gelegt. Gottes Wege sind nicht unsere Wege, Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Aber wenn wir vertrauen, wenn wir uns gleichsam hinein stürzen in das stürmische Meer, dann werden wir erleben, dass dieses Meer trägt, dass der unverständliche Gott eben doch trägt, der Gekreuzigte eben doch lebt. Dass wir gehalten sind von unsichtbaren Händen, umfangen von unsichtbaren Armen, getragen von unsichtbarer Liebe.
Paulus ist der Mann des stürmischen Meeres. Denken wir an seinen Glauben, wenn das Meer einmal stürmt. Vertrauen wir uns Gott an, der uns in allen Stürmen des Lebens hält durch Jesus Christus seinen gekreuzigten und auferstandenen Sohn.
 



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Die Sklavin Bakhita

In Christus gilt nicht mehr Jude und Heide, Sklave oder Freier, Mann oder Frau

Ich möchte Ihnen heute eine Dame vorstellen, die nur ein einziges Mal quer übers Mittelmeer gefahren ist – und zwar als Sklavin. Das war nicht vor 2000 Jahren, nicht vor 1000 Jahren, sondern vor etwa 125 Jahren. Ums Jahr 1885. Die Dame hieß Bakhita, kam aus der Provinz Darfur im Sudan. Dort wurde sie schon als kleines Kind von arabischen Sklavenhändlern eingefangen. Sie nannten sie Bakhita. Das war zynisch, denn das bedeutet „Du hast Glück gehabt“. Ein Fluchtversucht misslang, ein anderer Sklavenhändler fing sie ein. In El Obeid war sie seine Sklavin. Dann schenkte er sie einem türkischen Offizier, der schenkte sie weiter an den italienischen Vizekonsul im Sudan. Das war ihr Glück und ihr Schicksal. Denn der Konsul kehrte bald nach Italien zurück. Und nahm sein Eigentum mit. Bakhita wird nicht schlecht gestaunt haben, als sie erstmals das Meer sah und dann auf einem Dampfschiff hinüberfuhr. Erst recht als sie Genua sah. Hier hatte sie noch mal Glück. Sie freundete sich mit einem gleichaltrigen italienischen Mädchen an. Familie Michieli nahm sie als Sklavin in den Haushalt auf. Aus irgendeinem Grund wurde Bakhita vorübergehend von Genua aus in Venedig in einem Frauenkloster untergebracht. Als Frau Michieli von Genau aus Bakhita als ihre Sklavin zurück haben wollte, weigerte sich das Kloster, sie zurück zu geben. Vom Fall Bakhita, dem Sklavenmädchen sprach plötzlich ganz Venedig. Das war 1890. Und sie wollte getauft werden. Getauft hat dann kein Geringerer als der Patriarch von Venedig. Ab jetzt hiess sie Josefina Margerita. Sie war 20 Jahre jung. Und sie wollte in den Orden eintreten. Der aber sagte „Nein“ – weil sie schwarz war. Aber – gut, dass es den Patriarchen gab, denn der setzte es durch, dass sie zu den Canossa-Schwestern eintreten durfte, was sie unbedingt wollte. Eine Zeitung schnappte es auf. Und halb Europa sprach von dem Schicksal der Sklavin. Sie wurde in vielen Städte Italiens zu einer Art Vortrag eingeladen, denn sie musste von ihrem Sklavenschicksal erzählen. Kirchen und Versammlungssäle waren überfüllt. Sie muss schon ein besonderes Charisma gehabt haben, vielleicht schimmerte schon durch, dass sie eine Heilige war. Dieses Sich-zur-Schaustellen wurde für sie aber immer unangenehmer, ein Leidensweg. Auch wurde sie krank, schwer krank. Doch sie lebte in Venedig bis zum Jahr 1947. Und sie wurde von vielen, die sie kannten, schon damals als Heilige verehrt. Es hat wie üblich lange gedauert, denn 1992 wurde Bakhita selig gesprochen, im Jahr 2000 heilig. Eine Schiffsreise kann auch einen ganz anderen Übergang bedeuten. Fragen wir uns, was Gott von uns in den nächsten Jahren möchte. Und glauben wir: Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Er stellt landläufige Werte auf den Kopf, dann gilt nicht mehr „Jude und Heide, Sklave und Freier, Mann und Frau, dann sind wir alle eins in Christus“. (vgl. Galaterbrief des Apostels Paulus 3,28)
 
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Franz von Assisi

Mir macht es nichts wenn ich als Narr Gottes angesehen werde


Man muss schon mutig und vielleicht auch ein wenig naiv sein, wenn man als junger Mann aus Assisi glaubt, ohne jede politische Erfahrung und Kenntnis den Sultan in Ägypten davon überzeugen zu können, dass er Frieden machen soll zwischen Christen und Muslimen. Franz von Assisi war so mutig. 1212 soll er erstmals in Italien ein Schiff Richtung Syrien bestiegen haben. Warum er damals nicht nach Ägypten kam, ist unklar. Gleiches gilt für den zweiten Versuch zwei Jahre später. 1219 aber gelingt die Fahrt. Doch Franz ist nicht allein Richtung Heiliges Land unterwegs. Gleichzeitig reisen Kreuzfahrer, die dafür kämpfen und sterben wollen, damit die Heimat Jesu wieder christlich wird. Seit fast 600 Jahren ist sie nämlich in der Hand derer, die Jesus zwar verehren, aber sein Gesetz ablehnen und dafür das Gesetz des Mohammed annehmen. Die christliche Eroberer stehen in Ägypten vor der Festung Damiette, verlieren aber in der Schlacht, was Franz vorausgesagt haben soll. Es gibt einen Waffenstillstand, und den nutzt Franz, um auf die andere Seite der Schlachtreihe hinüber zu wechseln und zu Sultan Melek el Kamil zu kommen. Franz wusste wohl, dass dieser Herr sich sehr für geistige Fragen der Religion interessiert. Später trat der mit einem Ebenbürtigen, dem Kaiser Friedrich II. in Briefkontakt. Den einfachen jungen Mann in grauen Habit aber fragte der Sultan nach der christlichen Lehre über die Dreifaltigkeit, über die Erlösung. Franz gefiel dem Sultan. Der bat ihn,  doch etwas länger da zu bleiben. Übrigens bevor Franz zum Sultan kam, hatte er den muslimischen Soldaten ganz kühn das Evangelium gepredigt. Zeitzeugen berichten, Franz sei außerordentlich liebenswürdig gewesen. Das hat ihm wohl die Türen geöffnet. Der Sultan bat Franz schließlich ums Gebet, damit er den Glauben finde, der Gott am meisten gefalle. Aber er hatte doch offenbar auch wieder Angst, dass seine Soldaten dem Franz folgen und zu den Christen überlaufen. Daher ließ er den Mann aus Assisi feierlich zu Christen zurück geleiten.
Es kam wie es kommen mussten, der Konflikt zwischen Christen und Muslimen wird weder mit Argumenten noch mit Gebeten, sondern mit Waffen ausgetragen. Es entsteht zwar ein christliches Königreich im Heiligen Land, aber nach rund 200 Jahren ist der Traum ausgeträumt. Das heilige Land bleibt in der Hand der Muslime. Und Frieden zwischen den Anhängern der Religionen gibt es bis heute kaum. Hat nun Franz sich geirrt, als er auf die Idee kam, zum Sultan zu segeln? Nein, ich meine, richtige Ideen haben langfristig immer Erfolg. Aber es braucht oft außerordentlich viel Geduld. Die Bergpredigt Jesu wird Zeit brauchen bis zum Ende der Welt, bis sie sich durchsetzt, aber sie wird sich durchsetzen. Das Reich Gottes braucht viel Zeit zum Wachsen. Die Gleichnisse Jesu sagen es: es fängt winzig an, so klein wie Jesus war, so klein wie Franz von Assisi war. Aber im Kleinen steckt das Große, im Ohnmächtige steckt das Mächtige, im Saatkorn steckt der ganze Baum, im Weizenkorn steckt der Weizen. Und der heilige Franz soll doch auch den Sonnengesang geschrieben haben. Und der gehört aufs Mittelmeer. So schließen wir mit ihm:

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet, hell leuchtend und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind und durch Luft
und Wolken und heiteren Himmel und jegliches Wetter, durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und liebenswürdig und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernähret und lenkt (trägt)
und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden, denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt werden.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem heiligsten Willen finden,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn
und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut.

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Franz Xaver

„Geht zu allen Völkern und verkündet das Reich Gottes“


Durch „Zufall“ ist einer der ersten Jesuiten Franz Xaver Asienmissionar geworden, ebenso wie durch „Zufall“ der Jesuitenorden ein Orden des Papstes geworden ist. Da wir nicht an „Zufälle“ glauben, sondern an die Führung Gottes, ist die Erklärung interessant. Irgendwo zwischen Italien und Spanien können wir besonders an Franz Xaver denken, denn wenige Tage bevor er hier segelte, wusste er noch nicht, dass er plötzlich ein Asienreisender sein würde. Das kam so: Der König von Portugal wollte für seine neuen Besitzungen in Indien auch Priester, Seelsorger. Er fragte beim Vatikan an, der verwies auf die soeben gegründeten Jesuiten. Der Gründer und Ordensvater destinierte den jungen Bobadilla dorthin. Doch am Tag der Abfahrt von Rom Richtung Portugal, war der krank. Xaver musste einspringen. Er sprang. Der Sprung dauerte 13 Monate, bis er in Goa, dem portugiesischen Sitz in Indien ankam. Die Fahrt ging natürlich um Afrika herum, war sehr gefährlich und beschwerlich. Xaver fand fruchtbaren Boden, taufte bis ihm der Arm müde war, organisierte, schrieb flammende Bittbriefe nach Europa, reiste weiter nach Malaisia, nach Japan, stapfte dort durch tiefen Schnee, fand ein hoch gebildetes Volk, wollte nach China, starb auf einer kleinen Insel vor China.
Schenken wir diesem Stürmer Jesu Christi noch etwas Aufmerksamkeit auf dem Mittelmeer. Hier hat er noch Zeit, mit uns zum Himmel zu schauen. Denn wenn Franz Xaver zurückdenkt, dann fällt ihm ein: Sein elterliches Schloss im Norden Spaniens, sein Träumen von einer kirchlichen Karriere durch das Studium in Paris, das lockere Studentenleben an der Sorbonne. Schließlich war er begabt und musste sich nicht anstrengen. Und da gab es auch noch den seltsamen hinkenden Spätstudenten Inigo, der sich später Ignatius nannte. Dieser Inigo war rührend, denn er erbettelte nicht nur für sich selbst Geld, sondern auch noch für Xaver, weil dem das reichliche Studiengeld seiner Eltern nicht reichte. Dieser Inigo aber machte aus dem Glauben an Gott und Jesus Christus plötzlich was Interessantes, was Anstachelndes, etwas was dem Ehrgeiz von Xaver entsprach. Er wollte ja immer schon was Besonderes werden, reich und mächtig und schön. Und Inigo sagte ihm: das kannst du alles im Dienst des Gekreuzigten. Welch Hohn, welche Herausforderung. Und so begegnete Xaver in den dreißigtätigen geistlichen Übungen diesem himmlischen König, dem er sich nicht verweigern konnte und wollte. An all das denkt Xaver auf dem Segelboot im Mittelmeer zurück. Dann machen diese acht jungen Männer gemeinsam das Gelübde der Armut und das Gelübde, die Muslime zu bekehren und wenn das nicht geht, den Papst zu fragen, wo es am meisten brennt.
Und dann trifft es ihn, mit den portugiesischen Seefahrern, die alles andere als fromm waren, um Afrika herum, nach Indien zu segeln. Es trifft ihn, weil Bobadilla krank war. Er hat gerade noch die größten Löcher an seiner Sutane gestopft, hat sein Brevier genommen, mehr brauchte er nicht für seine Ostlandfahrt.
Manche vermuten heute, dass Xaver in Indien und im Fernen Osten die Menschen taufte, weil er sie vor der Hölle retten wollte. Ich denke, das stimmt so nicht. Er war vielmehr so von Christus durchdrungen, dass er ihnen diesen Christus bringen musste, bringen wollte. Er glühte so vor Begeisterung für diesen himmlischen König, der sein Leben am Kreuz verbluten ließ, dass er den Völkern Asiens davon erzählen musste. Sie sollten diesen himmlischen Freund kennen, der ihnen die Freiheit schenkt Freiheit vom Aberglauben, von alten Traditionen, die umsonst sind.
Von diesen seinen Plänen träumt er auf dem Mittelmeer, vor allem, wenn er in die Sterne schaut. Der Mann hatte eine weiche Seele. Jahre später schreibt er, er trage die Briefe von Inigo-Ignatius um den Hals gehängt an einer Schnur, um mit den Freunden im fernen Rom verbunden zu sein.
Und es war auch ein „Zufall“, dass diese neu gegründeten Jesuiten sich dem Papst unterstellt hatten, denn eigentlich wollten sie ja ins Heilige Land fahren, um die Muslime von Allah umzulenken auf den Vater Jesu Christi. Genau in dem Jahr, wo sie starten wollten, ging aber – per „Zufall“ - kein Pilgerschiff von Venedig nach Palästina. Grund war der Krieg zwischen dem Abendland und den Türken. Daher trat das Alternativgelübde in Kraft. Sie glaubten: der Papst ist der Oberste in der Kirche, daher weiß er auch am besten, wo es am meisten brennt, deshalb fragen wir ihn, wo wir mit unsere wilden Kraft hin sollen. Und einen von ihnen traf nun der Ruf nach Asien. „Zufälle“ sind Fälle Gottes. Aber man muss etwas aus ihnen machen. Franz Xaver glühte für Christus und nahm sein Wort ernst „Geht zu allen Völkern und verkündet das Reich Gottes.“
(Math. 28, 19) An dieses Wort kann man besonders gut auf dem Meer denken.





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Ignatius von Loyola

Wenn wir in diesen Tagen einen Teil des Mittelmeeres durchkreuzen, dann können wir uns als Christen daran erinnern, dass ein guter Teil der Christentumsgeschichte über diese Fluten gegangen ist. Bevor hier die Kreuzfahrer gen Osten segelten, bevor Napoleon seine Truppen von Marseille nach Ägypten fahren ließ, bevor Hitler seine Kriegsschiffe nach Nordafrika sandte, sind auf den Wassern des Mittelmeeres Schiffe mit christlichen Vordenkern, mit Missionaren und Martyrern gesegelt. Christ sein heißt unterwegs sein, heißt aufbrechen, heißt „Sich senden lassen“.
Den Anfang damit hat der Apostel Paulus gemacht. Er ist zwar nicht nach Spanien gekommen, aber hat davon geträumt, ja er hat geplant, bis an den westlichen Rand der Welt zu kommen. Im Römerbrief schreibt er wörtlich „Wenn ich einmal nach Spanien reise, dann möchte ich Euch (in Rom) besuchen“ (Röm 15.24) Aber er kommt nicht soweit. Umso mehr hat er Bekanntschaft gemacht mit den Wassern des östlichen Mittelmeeres. Er hat Seestürme erlitten, sein Schiff ist gestandet, gekentert. Schwimmend hat er sich gerettet. Um Jesu willen hat er diese Gefahren auf sich genommen. Er hat keine Erholungstour, keine Vergnügungsreise wie wir unternommen, sondern sich den Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt.
Wenn wir in diesen Tagung an der Rehling stehen, können wir daran denken, dass er Ähnliches gesehen hat wie wir sehen. Endloses weites Meer. Die Größe, Weite, Unendlichkeit sollte uns wie ihn an die Größe Gottes erinnern.
Ich möchte aber heute zum Ausgang unserer Reise an einen anderen großen Christen erinnern, der so wie wir von Spanien nach Italien gesegelt ist: der heilige Ignatius von Loyola. Er war als Offizier gescheitert, da sein Bein von einer Kugel zerschmettert war. Er lag monatelang auf dem Krankenlager im Baskenland, dort hat er sein Leben überdacht, hat die Erfahrung des Trostes durch den Geist Jesu Christi gemacht, sein Leben gewendet. Er wurde von einem Mitläuferchristen zu einem überzeugten und überzeugenden Christen. Aber dabei gab es Stationen. Als Bettler zog er von Loyola nach Manresa am Fuß des Monserrat. Nachdem er dort mit Selbstmord gerungen hatte, findet er zu einem gefestigten Glauben, marschiert nach Barcelona. Hier beginnt die Schiffsreise Richtung Rom. Das war im Jahr 1523. Aber nicht gut bürgerlich reiste er, sondern er bestand darauf, ohne Nahrung und Geld überzufahren. Er wollte nur betteln, völlig von der Vorsehung Gottes abhängen. Wir hängen zwar von der Schiffsküche ab, aber es würde vermutlich uns auch nicht schaden, wenn wir uns darauf einstellen, dass unser ganzes Leben letztlich nur und ganz von Gott abhängt. Von ihm hängt es ab, ob wir morgen wieder aufwachen, ob und wie gesund wir sind, ob wir die Sonne mit Freuden aufgehen sehen, ob wir bei der Heimkehr mit unseren Lieben zusammentreffen oder ob jemand gestorben ist. Geben wir uns ganz in Gottes Vorsehung wie der heilige Ignatius. Vertrauen wir ihm ganz unser Leben an. Bekanntlich hat er später den Jesuitenorden gegründet und damit Weltgeschichte gemacht. Aber das wusste er bei seiner Italienfahrt noch nicht. Denken wir an sein Gottvertrauen, wenn wir auf die See hinaus schauen. Und merken wir uns den Satz von ihm: kein Mensch weiß, was Gott aus ihm machen würde, wenn er sich Ihm ganz überließe.
Und kauen Sie – wenn Sie wollen – oft auf folgendem Satz aus der Bibel:
„Ich habe Dich beim Namen gerufen. Du bist mein.“ Jesaia 43,1

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John Henry Newman

Ich bin das Licht der Welt – Ihr seid das Licht der Welt

Wenn wir an der Küste von Sizilien entlangfahren, sollten Sie bitte an einen ganz großen Christen der modernen Zeit denken: John Henry Newman. Auch wenn Sie ihn schon kennen, so erlauben Sie mir doch, dass ich sein Leben kurz skizziere. Das Entscheidende: der zunächst anglikanische, theologisch hoch gebildete Gottsucher fand bei einer Sizilienreise nicht nur einen tieferen Gottesglauben, sondern auch zur katholischen Kirche. Newman wurde 1801 in einer frommen Elternhaus geboren, das zu Bildungsbürgertum gehörte. In seiner Pubertät kam sein Glaube ins Wanken, aber er fand dadurch zu einem entschieden frommen Anglikanismus. Das war seine erste Bekehrung. Er studierte Theologie und wurde ein in Oxford gefeierter Theologieprofessor und Universitätsprediger. Er war der Kopf der Oxford-Beweguzng Mit 31 Jahren machte er eine Mittelmeer-Reise. Er sah, was wir sehen: weites Meer, weiter Himmel. Das wird ihn sehr an Gott erinnert haben. Auf Sizilien wird er lebensgefährlich krank. Und er hat eine tiefe Glaubenseinsicht: er schreibt: ich werde nicht sterben, denn ich habe nicht gegen das Licht gesündigt… ich habe ein Werk in England zu vollbringen. Auf See schreibt er dann sein vielleicht berühmtestes Gedicht:

„Lead, kindly light amid the encircling gloom…“
Freundliches Licht, um mich ist Finsternis.
Zeig du den Weg!
Zweifel in mir, die Zukunft ist ungewiss
Zeig du den Weg
Nur einen Schritt, frage nicht nach mehr.
So führ mich heim, und leuchte vor mir her“

Es begann ein langes Ringen um seinen Glaubensweg. EEr entdeckte die Kirchenväter, die Tradition, er erkannte, dass Glaube nicht nur auf Gefühl und Moral beruhen kann, dass der Glaube der Kirche sich wie aus einem Saatkorn entwickelt. Und er lehnte die liberale Theologie ab. Er verliert Freunde und wird auf der katholischen Seite auch skeptisch beurteilt. 14 Jahre nach seiner Sizilienreise, nach seinem fast mystischen Erlebnis auf dem Meer, aus dem „lead, kingly light“ entstand tritt er zur katholischen Kirche über. Es ist ein einsamer Weg, den er nur mit Gott und in Gottes Licht gehen und bestehen kann. Denn es bleiben Skeptiker gegen ihn auf der katholischen Seite. Man hielt ihn für zu liberal. Daher wurde ihm das Rektorat der katholischen Universität wieder entzogen. Es begann in Rom die Diskussion über den päpstlichen Primat und die Unfehlbarkeit. Newman hielt die Dogmatisierung für nicht angezeigt, aber hielt sie inhaltlich für richtig. Mit 78 Jahren hat ihn Papst Leo XIII. zum Kardinal ernannt. Ein Jahr später ist er gestorben.

Es geht uns um das, was Newman umtrieb: die Frage nach dem Licht. Jesus nennt sich das „Licht der Welt“. Wenn man wirklich hinhört, ist das schon ganz schön arrogant: der junge, ungebildete Mann aus Nazareth nennt sich das „Licht der Welt“. Vielleicht ist es besser, sich über diese Anmaßung ein wenig zu ärgern, sich zu skandalisieren, als das Wort als eine Selbstverständlichkeit anzunehmen, denn schließlich ist Jesus ja der Sohn Gottes. Glaube ist keine Selbstverständlichkeit. Vielleicht müssen wir lange suchen, fragen, ringen, bis wir zu dem Glaubensbekenntnis zu ihm kommen und Jesus sagen: Ja – du bist das Licht der Welt.
Und dann geht’s aber noch weiter: Jesus sagt seinen Zuhörern bei der Bergpredigt, Ihr seid das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde. Spinnt Jesus? Diese paar  ungebildeten Galiläer sollen „Licht der Welt“ sein. Wir – Sie und ich – wir sollen Licht der Welt sein? Da muss man dann doch schlucken, wenn man das ernst nehmen soll. Schauen Sie auf das Licht der Sonne über dem Meer und fragen sich, was Jesus Ihnen sagen will, wenn er sagt: Ihr seid das Licht der Welt – und Ich selbst bin das Licht der Welt.
Matth.5. 14 Ihr seid das Licht der Welt – Joh.9,5 Ich bin das Licht.
P. Eberhard v. Gemmingen SJ                Rom, 12.9.2009

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Heilige Melania die Jüngere

„Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir“.

Auch Frauen haben das Mittelmeer überquert. Ich möchte Ihnen heute eine vorstellen: Melania die Jüngere – wie sie von Fachleuten genannt wird. Sie lebte das Pauluswort „Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir“. Die entscheidenden Stichworte ihres Lebens: geboren 383 als Tochter eines sehr guten reichen Senatorenhauses der Valerier, die in Rom einen Riesenpalast auf dem Caeliushügel hatten. Eigentlich liebäugelte sie damit – wie es bei reichen Christinnen damals aufkam – um Christi willen nicht zu heiraten. Doch ihre Eltern verheirateten sie schon mit 13 Jahren mit einem 17-Jährigen. Sie bekamen zwei Kinder, beide starben. Dann gelobten sie und ihr Mann aus Liebe zu Christi, ohne Geschlechtsverkehr zu leben. Nun suchte sie gegen den Widerstand ihrer Großfamilie die Armut Christi, sie schenkte so unter anderem 8000 Sklaven die Freiheit, suchte die Familien-Besitzungen in Britannien, Gallien, Spanien, Italien zu verkaufen. Melania und ihr Mann Pinian siedelten, weil die Goten auf Rom drangen, nach Sizilien um. Sie in eine Art Frauenkloster, er in ein Männerkloster. Sie kümmerte sich von da aus um Arme. Weil die Germanen aus dem Norden immer gefährlicher wurden, verlegten Mönche und Nonnen ihre Klöster nach Nordafrika, nach Tagaste. Dort blieben sie sieben Jahre. Dann gings übers Mittelmeer ostwärts, erste Station Alexandrien, zweite Station die Palästinaküste und Endstation Jerusalem und zwar auf dem Ölberg. In der Nähe, in Bethlehem lebte der Schriftgelehrte und Bibelübersetzer - heute würde man sagen Exeget - Hieronymus, der ein großer Promotor der Bibel und des gemeinsamen geistlichen Lebens vor allem von Frauen war. Bei ihm lebten etliche römische Damen, die wie Melania dachten, entweder die Ehe verweigerten oder aufgaben oder nach dem Tod des Mannes ehelos bleiben wollten. Es war eine bedeutende religiös-biblische Ansiedlung in Bethlehem bei Hieronymus. Am liebsten wäre Melania hier nur Einsiedlerin und Beterin gewesen, doch man überzeugte sie, sich um die Armen zu kümmern. Und sie nutzte ihre Kenntnis der griechischen und lateinischen Sprache, um Handschriften zu abzuschreiben. Als sie am Ölberg noch ein Frauenkloster errichten wollte, war ihr eigenes vieles Geld total aufgebraucht. Sie soll die reichste Frau des Imperiums gewesen sein. Dann bat sie der Kaiser, nach Konstantinopel zu reisen, um den Brautwerber zur Taufe zu überreden. Es gelang ihr, er ließ sich taufen, Melania war damals bereits für damalige Zeiten alt, die Reise beschwerlich.
Und dann musste um Christi willen wieder nach Jerusalem zurück segeln. Kurze Zeit noch dauerte ihr Leben, teils in Jerusalem, teils in Bethlehem. Im Jahr 439 starb sie in Jerusalem.
„Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir.“ Das trieb sie von Rom nach Sizilien, nach Tagaste in Afrika, nach Alesandrien, nach Jerusalem, nach Konstantinopel und zurück. Sie wurde von einer steinreichen, verheirateten Dame zu einer Beterin und Bettlerin. Wenn wir auf das Meer hinaus schauen, sollten wir an sie denken, die von Christus ihre Segel füllen ließ.

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Papst Pontianus und andere christliche Zwangsarbeiter auf Sardinien

„Jetzt freue ich mich an den Leiden, die ich für Euch ertrage, für den Leib Christi die Kirche ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.“

(Brief des Apostels Paulus an die Kolosser, Kap.1, Vers 24)
Sardinien, die Insel auf die wir derzeit zufahren, war im Altertum einerseits eine Goldgrube, andererseits das, was im letzten Jahrhundert Sibirien war: ein riesiges Zwangslager, wo Menschen durch unmenschliche Arbeit unter Tage zu Tode geschunden wurden. So ging es auch einem der ersten Bischöfe von Rom, Pontianus, der – wie man damals sagte – „ad metalla“ verurteilt wurde. Ad metalla bedeutet eben: zum Schürfen nach Silber, Gold und anderen Schätzen. Wie man in Moskau fürchtete, nach Sibirien geschickt zu werden, so fürchtete man in Rom, nach Sardinien verbannt zu werden, eben ad metalla. Im Jahr 230 wurde Pontianus zum Bischof von Rom gewählt. Fünf Jahre später schon brach eine neue Welle von Christenverfolgung aus. Pontianus als wahrscheinlich bekanntester Christ Roms musste vermutlich mit Ketten und beschwerenden Kugeln an den Füßen das Schiff Richtung Sardinien besteigen. Er verbrachte die Überfahrt wahrscheinlich zusammen mit anderen Verurteilten bei wenig Essen und Trinken im Dunkeln tief unten im Schiff, wurde an Land zu einem der Bergwerke getrieben. Dass er noch im gleichen Jahr starb, zeigt wohl, dass die Behandlung sehr hart war. Er wird als erster Martyrerpapst verehrt. Ich habe seinen Gedenktag am 13. August in Rom gefeiert. Papst Benedikt war 2007 zu einem Pastoralbesuch auf Sardinien. Dort sagte er in einer Predigt: . „In Sardinien ist das Christentum nicht mit dem Schwert der Eroberer oder durch fremden Zwang angekommen, sondern es ist aus dem Blut der Märtyrer aufgekeimt, die hier ihr Leben als Tat der Liebe zu Gott und zu den Menschen hingegeben haben. Es war in euren Bergwerken, daß zum erstenmal die Frohe Botschaft erklang, die von Papst Pontianus und dem Priester Hippolytus und vielen anderen Brüdern gebracht worden ist, die wegen ihres Glaubens an Christus »ad metalla« [zur Zwangsarbeit in Erzminen] verurteilt worden sind. So sind auch Saturnius, Gavinus, Protus und Januarius, Simplicius, Luxurius, Ephysius und Antiochus Zeugen der vollkommenen Hingabe an Christus als den wahren Gott und Herrn gewesen. Das Zeugnis des Martyriums eroberte ein stolzes Gemüt wie das der Sarden, das instinktiv all dem abgeneigt war, was von jenseits des Meeres kam. Aus dem Vorbild der Märtyrer schöpfte Bischof Luciferus von Cagliari Kraft, als er die Rechtgläubigkeit gegenüber dem Arianismus verteidigte und sich zusammen mit Eusebius von Vercelli, auch er Cagliaritaner, der Verurteilung des Athanasius auf dem Konzil von Mailand im Jahr 335 widersetzte und aus diesem Grund zum Exil verurteilt wurde. Sardinien war nie ein Land von Irrlehren; sein Volk hat immer eine kindhafte Treue zu Christus und zum Stuhl des Petrus an den Tag gelegt. Ja, liebe Freunde, in der Aufeinanderfolge von Invasionen und Fremdherrschaften ist der Glaube an Christus in der Seele eures Volkes als konstitutives Element eurer Identität als Sarden geblieben.“ (7. September 2008 in Cagliari)
Wir bemühen uns in den letzten Jahren die Schrecken des Holocaust nicht zu vergessen. Das ist gut so. Genauso gut aber ist es, wenn wir manchmal daran denken, dass Millionen von Christen heute für ihren Glauben leiden und sterben wie sie es vor bald 2000 Jahren in Sardinien und anderswo taten. Für sie gilt das Pauluswort „Ich ergänze in meinem Leben, was an den Leiden Christi noch fehlt.“
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